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Bezahltechnik

MDB 4.3

Begriff aus dem Vending-Glossar

Aktuelle MDB-Protokollversion, am 22. August 2019 von der NAMA veröffentlicht, mit überarbeiteten Cashless-Befehlen für Remote Vend, Teil-Rückbuchungen und Coupon-Unterstützung. De-facto-Standard in europäischen Vending-Operationen.

Was sich gegenüber MDB 4.2 geändert hat

NAMA veröffentlichte MDB Version 4.3 am 22. August 2019 — die erste Überarbeitung seit MDB 4.2, das zuvor acht Jahre lang unverändert geblieben war. Die Revision betrifft ausschließlich Abschnitt 7 "Cashless Devices" der Spezifikation (im Dokument farblich markiert); alle übrigen Abschnitte sind identisch zur Vorversion. Die wichtigsten neuen Funktionen im Cashless-Abschnitt:

  • Übermittlung der tatsächlich ausgegebenen Artikelnummer an das Zahlungsgerät
  • Remote Vend: Warenausgabe lässt sich über das Cashless-Protokoll auslösen, etwa durch eine Smartphone-App statt durch eine Auswahl am Gerät
  • Basket/Partial Refund: mehrere Produkte in einer Transaktion (Multi-Vend) inklusive Teil-Rückbuchung, falls nur ein Teil der Ausgabe fehlschlägt
  • Neue Coupon-Funktion inklusive Prepaid-Coupons und QR-Code-basierter Gutscheine

Warum die Versionsfrage bei Nachrüstungen zentral ist

Ein modernes Kartenterminal, das MDB 4.3 spricht, wird von einer älteren Automatensteuerung elektrisch erkannt und nimmt einfache Zahlungen entgegen — die neuen Funktionen wie Remote Vend oder die Teil-Rückbuchung bei Fehlwurf laufen aber ins Leere, wenn die Steuerung selbst nur MDB 2.x, 3.x oder 4.2 implementiert. Gerade die Teil-Rückbuchung ist in der Praxis der Unterschied zwischen einer automatisch erstatteten Fehlbuchung und einer manuellen Reklamation, die der Betreiber bearbeiten muss. Ob eine Steuerung MDB 4.3 tatsächlich vollständig unterstützt, lässt sich meist nur über das technische Datenblatt oder eine Rückfrage beim Hersteller der VMC klären — die reine Modellbezeichnung des Automaten lässt selten Rückschlüsse auf die Protokollversion zu, da Hersteller dieselbe Steuerungsgeneration oft über mehrere Baujahre hinweg unverändert verbauen.

Wer den Standard trägt

Erarbeitet wurde MDB 4.3 von einem technischen Ad-hoc-Ausschuss der NAMA (National Automatic Merchandising Association) mit rund 15 beteiligten Mitgliedsunternehmen; die europäische EVA (European Vending Association) war maßgeblich an der fachlichen Abstimmung beteiligt. Diese transatlantische Abstimmung hält das Protokoll trotz unterschiedlicher Zahlungsregulierung zwischen den USA und Europa (etwa EMV-Kartenpflicht und PSD2-Vorgaben in der EU) kompatibel — ein Grund, warum sich MDB 4.3 auch in europäischen Vending-Flotten als De-facto-Standard durchgesetzt hat. Praktisch relevant ist außerdem die Abwärtskompatibilität: Ein MDB-4.3-fähiges Cashless-Gerät lässt sich grundsätzlich auch an eine ältere 4.2-Steuerung anschließen und funktioniert dort für Standardzahlungen — nur eben ohne die neuen Funktionen aus Abschnitt 7. Das erlaubt Operatoren, Zahlungsterminals unabhängig vom Austauschzyklus der Automatensteuerung selbst zu erneuern.

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Quellen & Weiterführendes

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