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Maschinentypen

Pfandautomat (RVM)

Begriff aus dem Vending-Glossar

Reverse Vending Machine — Rücknahmeautomat, der Einweg- und Mehrweggebinde erkennt, entwertet oder sortiert und den Pfandbetrag als Bon auszahlt. Für Einweggebinde im DPG-System durchläuft jeder Gerätetyp eine eigene, zeitlich befristete Zertifizierung.

Erkennung: mehr als nur Barcode

Bis 2006 identifizierten Rücknahmeautomaten Einweggebinde allein über den EAN-Code. Seither prüfen bis zu sechs Kameras im beleuchteten Einwurfschacht zusätzlich das DPG-Pfandlogo, das mit einer fälschungserschwerenden Sicherheitsfarbe gedruckt ist — die Kombination aus Logo-Erkennung und Barcode soll verhindern, dass nachgedruckte Etiketten oder bereits entwertete Gebinde erneut einen Bon auslösen. Nach erfolgreicher Erkennung muss das Gerät das Gebinde zuverlässig entwerten (zerdrücken, durchstechen oder vergleichbar unbrauchbar machen), damit ein zweites Einlösen ausgeschlossen ist, und darf pro angenommenem Gebinde nur einen einzigen Pfandbon-Datensatz erzeugen.

Zertifizierung im DPG-Einwegpfandsystem

Jeder RVM-Typ, der Einweg-Pfandgebinde im deutschen System zurücknehmen soll, durchläuft ein zweistufiges Zertifizierungsverfahren der Deutschen Pfandsystem GmbH (DPG): zunächst eine Typprüfung durch eine von der DPG zugelassene Zertifizierungsstelle, danach stichprobenartige Feldprüfungen bereits installierter Geräte. Ausgestellte Zertifikate gelten maximal 18 Monate und müssen spätestens alle 12 Monate erneuert werden — für Hersteller und Importeure ein laufender Kostenfaktor, den man bei der Kalkulation eines RVM-Standorts mit einplanen sollte, auch wenn er beim Betreiber nicht direkt anfällt.

Einweg und Mehrweg laufen nicht gleich durch die Maschine

Ein zentraler, oft übersehener Unterschied: Einweggebinde werden nach der Erkennung zusammengedrückt oder geschreddert, um Mehrfach-Einlösung auszuschließen und gleichzeitig Transportvolumen zu sparen — sie sind für die Wiederbefüllung ohnehin verloren. Mehrweg-Glasflaschen und -Kästen dagegen dürfen von der Maschine nicht beschädigt werden, denn sie gehen unversehrt zurück an Brauereien und Abfüller zur Reinigung und erneuten Befüllung; ihre Erkennung läuft über Form- und Barcode-Abgleich mit den jeweiligen Kastensystemen statt über das DPG-Sicherheitslogo. Kombigeräte, die beides annehmen, müssen intern zwischen diesen zwei völlig unterschiedlichen Warenflüssen unterscheiden — ein Fehlklassifizierung mit Zerstörung einer eigentlich rückgabefähigen Mehrwegflasche verursacht Kosten beim Getränkehersteller, nicht beim Automatenbetreiber, ist aber ein häufiger Streitpunkt in Lieferantenbeziehungen.

Was den Betriebsaufwand bestimmt

Für den Betreiber ist nicht die Erkennungsrate der wichtigste Wert, sondern die Verdichtung: Kompaktoren für Dosen und PET-Flaschen bestimmen, wie viele Gebinde der Sammelbehälter fasst und damit, wie oft er geleert werden muss — an stark frequentierten Standorten kann das bei PET-Flaschen mehrfach täglich nötig sein, selbst mit Kompaktierung. Modelle mit Sammel-Einwurf, die mehrere Dutzend Gebinde in einem Vorgang annehmen, verkürzen Stoßzeiten spürbar. Der zweite Praxispunkt ist die Anbindung an die Kasse: Ein Pfandbon, dessen Code an der Kasse nicht erkannt oder verbucht wird, erzeugt exakt die Kundendiskussion, die der Automat eigentlich vermeiden soll — die Integration mit dem POS-System gehört deshalb in jede Abnahmeprüfung.

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Quellen & Weiterführendes

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