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Betrieb

Planogramm

Begriff aus dem Vending-Glossar

Verbindlicher Bestückungsplan eines Automaten: welches Produkt in welchem Schacht bzw. auf welcher Spirale liegt, in welcher Menge und zu welchem Preis. Grundlage für Disposition, Nachfüllung und den Vergleich der Abverkaufszahlen zwischen Standorten.

Aufbau eines Planogramms

Ein Planogramm ordnet jedem Schacht bzw. jeder Spiralennummer (Coil) eines Automaten einen festen Artikel, eine Füllmenge und einen Verkaufspreis zu. Diese Schachtnummer ist zugleich der Schlüssel, unter dem Verkaufsdaten über die DEX- bzw. EVA-DTS-Schnittstelle als „Selection" erfasst werden — ohne Planogramm lassen sich Abverkaufszahlen also nicht auf Artikelebene auswerten, sondern nur pauschal auf Geräteebene. Die physische Schachtbreite begrenzt zugleich, welche Verpackungsgrößen überhaupt planbar sind — ein Grund, warum Sortimentswechsel oft eine Anpassung des Planogramms und nicht nur eine Preisänderung nach sich ziehen. Bei Mehrpreis-Systemen, in denen unterschiedliche Artikel im selben Automaten unterschiedlich viel kosten, ist das Planogramm zugleich die Preisliste: Jede Preisänderung muss synchron zur Schachtzuordnung im Automatencontroller hinterlegt werden, sonst weichen Auszeichnung am Gerät und tatsächlicher Kassenpreis voneinander ab.

Von der Bauchentscheidung zur datengestützten Regalplanung

Ohne festes Planogramm bestückt jede Servicekraft nach eigenem Ermessen — Absatzzahlen lassen sich dann weder zwischen Touren noch zwischen Standorten vergleichen, und Schwund fällt kaum auf. Sobald Verkaufsdaten je Schacht vorliegen, meist aus Telemetrie oder manuellem DEX-Auslesen, wird das Planogramm zum Steuerungsinstrument: Eine ABC-Analyse zeigt, welcher Artikel die Bestlage auf Augenhöhe verdient, welcher in die Randlage wandert und welcher aus dem Sortiment fliegt. Vending-Management-Software kann diese Optimierung inzwischen weitgehend automatisiert vorschlagen, ersetzt aber nicht die Entscheidung über Sortimentsbreite und Zielgruppe am jeweiligen Standort.

Standortcluster und Compliance

Standorte mit ähnlichem Publikum — Werkskantinen, Klinikflure, Fitnessstudios — lassen sich auf ein gemeinsames Cluster-Planogramm ziehen. Das vereinfacht die Kommissionierung in der Zentrale, weil ein Bestücklauf für ein ganzes Cluster statt für jeden einzelnen Automaten geplant wird, und macht Touren berechenbarer, weil die Servicekraft an jedem Gerät des Clusters dieselbe Schachtreihenfolge vorfindet. Ein gepflegtes Planogramm hat zudem einen Compliance-Nutzen: Zutaten- und Allergenangaben am Automaten, wie sie die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) für vorverpackte Ware verlangt, beziehen sich auf die tatsächliche Bestückung. Weicht die reale Befüllung vom hinterlegten Planogramm ab, stimmt auch die Kennzeichnung am Gerät nicht mehr — ein Punkt, der bei Marktüberwachung und Lebensmittelkontrollen auffällt.

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Quellen & Weiterführendes

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