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Betrieb

Füllgrad (Fill-Rate)

Begriff aus dem Vending-Glossar

In der Automatenbranche der zum Telemetrie-Zeitpunkt gemessene Anteil belegter Ausgabeschächte oder Kapazität eines Automaten (auch Füllgrad) – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Logistik-Kennwert für die Bedarfsdeckung aus Lagerbestand. Dient als zentraler Auslöser für die Routenplanung.

Zwei Kennzahlen, ein Name

Der Begriff „Fill Rate“ wird in zwei unterschiedlichen Bedeutungen verwendet, die in der Automatenbranche leicht durcheinandergehen. In der klassischen Logistik- bzw. Supply-Chain-Definition misst Fill Rate den Anteil einer Bestellung, der ohne Fehlmenge (Stockout) aus dem vorhandenen Lagerbestand bedient werden konnte – ein rückblickender Servicegrad. In der Automatenbranche wird derselbe Begriff dagegen meist für den Füllgrad verwendet: den Anteil der belegten Ausgabeschächte oder Kapazität eines Geräts zum Zeitpunkt der Telemetrie-Abfrage. Beide Kennzahlen sind sinnvoll, messen aber Verschiedenes – wer VMS-Dashboards oder Serviceberichte liest, sollte deshalb prüfen, welche Definition ein Anbieter tatsächlich verwendet.

Funktion im operativen Betrieb

Der telemetriebasierte Füllgrad ist der zentrale Auslöser für die Route: Sinkt er unter einen betreiberspezifischen Schwellenwert, wird das Gerät für die nächste Tour vorgemerkt; bleibt er dauerhaft hoch, ist das ein Signal, dass entweder zu selten verkauft wird oder die Kapazität für den Standort zu groß bemessen ist. Als grobe Praxis-Faustregel gilt ein Füllgrad unter rund 30 % als Signal für eine baldige Befüllung, während ein dauerhaft hoher Wert von über etwa 70 % eher auf Überbevorratung oder schwache Nachfrage am Standort hindeutet – feste, branchenweit standardisierte Schwellen gibt es dafür allerdings nicht; sie werden je nach Sortiment, Verderblichkeit und Besuchsrhythmus im VMS individuell konfiguriert. Da die meisten Telemetriesysteme den Füllstand nicht je Schacht, sondern modellabhängig – teils aus Absatzdaten geschätzt, teils über Sensorik gemessen – ermitteln, hängt die Genauigkeit der Kennzahl stark vom eingesetzten Gerätemodell ab.

Warum die Kennzahl allein nicht reicht

Ein niedriger Füllgrad sagt nichts darüber, ob ein Gerät profitabel ist – ein Automat, der zwischen zwei Besuchen leerläuft, verliert Umsatz, der in keiner Statistik als Fehlbetrag auftaucht, weil er schlicht nicht verkauft wurde. Deshalb wird der Füllgrad in der Praxis nie isoliert betrachtet, sondern zusammen mit Verkaufsgeschwindigkeit (Durchsatz) und der Abverkaufsquote ausgewertet, um zwischen „Gerät braucht seltener Besuche“ und „Gerät verliert laufend Umsatz durch Leerstand“ zu unterscheiden.

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Quellen & Weiterführendes

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