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Branche

Allensbach-Studie 2025 – Karte schlägt Bargeld

Begriff aus dem Vending-Glossar

Die Allensbach-Studie 2025 zum Zahlungsverhalten ist eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme (IDZ), die erstmals seit Beginn der Zeitreihe 2006 zeigt, dass beim letzten Einkauf mehr Befragte mit Karte (47 Prozent) als mit Bargeld (41 Prozent) bezahlt haben. Sie markiert den Wendepunkt des deutschen Zahlungsverhaltens und gilt als Referenzdokument für Investitionsentscheidungen über Cashless-Systeme im Automaten- und Einzelhandelssektor.

Was die Studie misst

Das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) befragte im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e. V. (IDZ) zwischen dem 4. und 16. Juli 2025 in 1.025 persönlich-mündlichen Interviews eine repräsentative Stichprobe der deutschen Bevölkerung ab 16 Jahren zu Zahlgewohnheiten. Veröffentlicht wurde die Studie Ende Oktober 2025. Der zentrale Befund: Beim letzten Einkauf zahlten 47 Prozent der Befragten mit Karte, nur noch 41 Prozent mit Bargeld – im Vorjahr lag das Verhältnis noch bei 44 zu 48 Prozent zugunsten von Bargeld. Es ist der erste Umschlagpunkt seit Beginn der Zeitreihe 2006.

Kartenpräferenz und Mobile Payment

Unter Befragten mit mehreren Zahlkarten bevorzugen 52 Prozent die girocard, nur 15 Prozent die Kreditkarte – ein Hinweis darauf, dass der Kartenzuwachs primär über das Debit-Schema läuft, nicht über internationale Kreditkartennetze. Mobile Payment per Smartphone oder Smartwatch hat mindestens 25 Prozent der Befragten schon einmal genutzt, mehr als doppelt so viele wie 2022 (12 Prozent). Unter den unter 30-Jährigen bevorzugen bereits 42 Prozent Mobile Payment. Für 2030 erwarten 77 Prozent der Befragten, dass die Debitkarte (girocard) das meistgenutzte Zahlungsmittel bleibt.

Historische Einordnung

Die Bundesbank-Studie „Zahlungsverhalten in Deutschland" misst methodisch anders (Zahlungstagebuch über mehrere Tage statt Befragung zur letzten Einzeltransaktion), bestätigt aber den Trend: 2021 lag der Bargeldanteil noch bei 58 Prozent aller Transaktionen nach Stückzahl, 2023 war er bereits auf 51 Prozent gesunken. Deutschland galt lange als eine der letzten Bargeld-Hochburgen Westeuropas – in Großbritannien und den skandinavischen Ländern hatte Kartenzahlung die 50-Prozent-Marke bereits um 2015 überschritten. Die Allensbach-Erhebung 2025 schließt diese Lücke nun auch auf Ebene der zuletzt getätigten Einzeltransaktion.

Digitale Souveränität als Nebenbefund

Die Studie fragte erstmals auch nach der Herkunft der Zahlsysteme: 60 Prozent der Befragten halten den Zugang zu deutschen oder europäischen Alternativen (girocard, wero) zu US-Anbietern wie Visa, Mastercard oder PayPal für wichtig, 69 Prozent sehen europäische Unabhängigkeit von US-Zahlungsinfrastruktur als Vorteil. Für Automatenbetreiber, die zwischen internationalen Acquirer-Netzwerken und girocard-basierten Lösungen wählen, liefert dieser Befund ein Argument für Zweigleisigkeit bei der Terminalauswahl, unabhängig von reinen Kostenüberlegungen.

Bedeutung für Automaten-Betreiber

Für Vending-Betreiber zieht die Studie eine klare operative Konsequenz nach sich. Wer ausschließlich auf Münzeinwurf setzt, erreicht strukturell nur noch eine schrumpfende Minderheit der Kunden. Die Anschaffungskosten einer MDB-kompatiblen Cashless-Einheit sind je nach Hersteller, Funktionsumfang und Integrator öffentlich nicht einheitlich beziffert und sollten per Angebot verglichen werden. Kontaktloses Bezahlen per NFC und EMV-Chip gilt seit 2025 branchenweit als Mindestausstattung für Neuaufstellungen in Bürogebäuden, Schulen und öffentlichen Einrichtungen. Betreiber, die Standortentscheidungen ausschließlich auf Bargelddaten stützen, unterschätzen das Nachfragepotenzial an Standorten mit jüngerem oder urban geprägtem Publikum – gerade dort, wo Mobile Payment schon heute bei über 40 Prozent liegt.

Quellen & Weiterführendes

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