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Livello· Smart Fridges & Kiosk-Systeme

Livello Smart Kiosk

9.2/ 10

Empfehlenswert

Praxistest — Gerät wurde physisch geprüft. Wie wir bewerten

Design & Aufbau9.2
Technik & Funktionen9.6
Betrieb & Wartung9.0
Kapazität & Sortiment9.4
Preis / Leistung8.8
ca. 7.000 – 12.000 €

Richtpreise netto (zzgl. MwSt.), Projektpreise abweichend

  • Büro & Betrieb, Krankenhaus/Klinik, Gastronomie, Bildung (Schule/Uni)
  • Standgerät
  • Innen
  • EC-/Kreditkarte (EMV), Kontaktlos (NFC), Mobile Wallet (Apple/Google Pay), App-basiert (Pay-by-app), Mitarbeiterkarte, Chip-/Geldkarte (Closed Loop), QR-Code
🌿

Kein EU-Energielabel
für diese Kategorie

Kältemittel

R290 (Propan)

Nennleistung

295 W

Livello Smart Kiosk

Einsatzgebiete

Für welche Standorte sich das Gerät eignet, und für welche nicht.

Ideal

Büro & Unternehmen ab 50 Beschäftigten

Frische Ware rund um die Uhr, auch außerhalb der Kantinenzeiten.

Ideal

Kliniken und Pflegeeinrichtungen im Schichtbetrieb

Nachtschicht kauft ohne Personal, Temperaturprotokoll läuft automatisch mit.

Ideal

Hotels mit durchgehendem Gästebetrieb

Verkauf läuft weiter, wenn die Rezeption nachts nicht besetzt ist.

Ideal

Hochschulen und Campus-Standorte

Studierenden- und Mitarbeiterausweise als Closed-Loop-Zahlung anbindbar.

Ideal

Hofläden und Direktvermarkter

Saisonsortiment wechselt per Gewichtseintrag, ohne RFID-Tags oder Spiralumbau.

Ideal

Sportstätten und Fitnessstudios

Getränke und Snacks außerhalb der Thekenöffnungszeiten verfügbar.

Bedingt

Standorte ohne belastbare Internetverbindung

Verkauf und Cloud-Funktionen setzen LTE, WLAN oder LAN voraus.

Unsere Bewertung im Detail

5 Achsen, datenbasiert gewichtet.

Design & Aufbau
9,2 / 10
Technik & Funktionen
9,6 / 10
Betrieb & Wartung
9,0 / 10
Kapazität & Sortiment
9,4 / 10
Preis / Leistung
8,8 / 10

Kurzfazit

9,2Sehr gut

Zwölf Waagen unter der Ware statt Etikett oder Scan: Der Kaufvorgang folgt der Logik eines Amazon Go Stores, nicht der eines Automaten. Karte, Wallet oder Mitarbeiterausweis autorisieren den Zugang, die Tür öffnet, abgerechnet wird nur, was beim Schließen tatsächlich fehlt. Zielgruppe sind längst nicht mehr nur Büros ab rund 50 Beschäftigten: Hotels, Kliniken, Hochschulen, Sportstätten und Hofläden setzen dieselbe Technik für denselben Zweck ein, frische Ware verfügbar zu machen, wenn Kantine, Rezeption oder Personal geschlossen haben. Zwei Einschränkungen bleiben. Ohne stabile Internetverbindung steht der reguläre Verkauf laut Betriebsanleitung nicht vollständig zur Verfügung, und bezahlt wird ausschließlich bargeldlos, das Gerät nimmt kein Bargeld an. Der Rechenweg zur Wirtschaftlichkeit fällt kurz aus: keine Kassenkraft, keine Spiralmechanik als Verschleißteil, Ferndiagnose statt Anfahrt. Wie stark sich das auszahlen kann, zeigt ein realer Fall aus einer Klinik in Nordrhein-Westfalen: Zwei Geräte in Notaufnahme und Lobby erzielten dort im Schnitt rund 9.900 Euro Bruttoumsatz pro Monat, knapp 80 Prozent davon außerhalb der regulären Kantinenzeiten.

Auf einen Blick

Modell
Livello Smart Kiosk
Hersteller
Livello
Kategorie
Frische-Automaten & Smart Fridges
Typ
Smart Kiosk
Preisrahmen
ca. 7.000 – 12.000 €
Gesamtscore
9.2 / 10
Herkunft
Livello (DE)

Vorteile & Nachteile

Vorteile

  • Praxisfall Klinik NRW: rund 9.900 Euro Bruttoumsatz pro Monat über zwei Geräte, davon 79,7 Prozent außerhalb der Kantinenzeiten
  • Sortimentswechsel per einmaligem Gewichtseintrag und Planogrammzuweisung, ohne RFID-Tags, Spiralumbau oder Fototraining pro Artikel
  • Nachrüstbarer Doppelschrank: 374 L netto werden zu 748 L, Bedienoberfläche und Backend bleiben unverändert
  • Basispreis 7.500 Euro laut Chefs-Culinar-Katalog 2025, gegenüber 24.399 Euro (Stüwer SL3) und 36.214 Euro (Apitech) derselben Übersicht

Nachteile

  • Nicht für den Außenbereich ausgelegt: Gehäuse nicht wasserdicht, direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden
  • Ausschließlich bargeldlose Bezahlung per Karte, Wallet oder Mitarbeiterausweis, Bargeld wird nicht akzeptiert
  • Ohne stabile Internetverbindung steht der reguläre Verkauf laut Betriebsanleitung nicht vollständig zur Verfügung
  • Vorautorisierung mit Teilstorno: Reagiert die Bank nicht sofort, sieht der Kunde kurzzeitig eine höhere Belastung als den tatsächlichen Kaufbetrag

Testbericht

85 Zentimeter Einzelgerät, 153 Zentimeter Doppelstation: was auf die Stellfläche passt

Zwei Baugrößen, eine Systemlogik. Die Produktbroschüre nennt für den Einzelkühlschrank 85 Zentimeter Breite, 62 Zentimeter Tiefe und 213 Zentimeter Höhe bei 374 Litern Nettoinhalt und 140 Kilogramm; die aktuelle Produktseite führt das Gerät mit 900 x 2.120 x 655 Millimetern, 438 Litern Bruttoinhalt und 105 Kilogramm. Die Differenz erklärt sich aus Netto- gegen Bruttoangabe und einer überarbeiteten Gerätegeneration. Für die Standortplanung zählt die größere Zahl: 90 Zentimeter Breite plus Türschwenkbereich.

Die Doppelstation misst 153 Zentimeter und bringt 748 Liter Nettoinhalt. Entscheidend ist nicht die Breite, sondern dass niemand von Beginn an die größere Konfiguration kaufen muss. Ein zweites Kühlmodul wird über ein oberes und unteres Mittelstück mechanisch angekoppelt, danach werden LAN- und Stromverbindungen gesteckt. Die Betriebsanleitung widmet diesem Umbau ein eigenes Kapitel. Auch das europäische Patent beschreibt die Doppelschrank-Ausführung, wahlweise als zwei Kühlschränke oder als Kombination aus Kühl- und Gefrierschrank.

Optisch liegt der Smart Kiosk näher am Handelsregal als am Automaten. Große Glastür, LED-Lichtleisten in den Ebenen, oben ein beleuchtetes Markenfeld, seitlich die Bedien- und Payment-Einheit mit 10,1-Zoll-Touchscreen. Das Markenfeld ist White-Label: Ein Caterer, Hotelbetrieb oder Operator stellt sein eigenes Logo darauf, Livello tritt gegenüber dem Endkunden nicht in Erscheinung.

Der Kaufvorgang folgt der Logik eines Amazon Go Stores, nicht der eines Automaten. Autorisieren per Giro- oder Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay, App oder NFC-Mitarbeiterkarte, Tür öffnen, Ware entnehmen oder zurückstellen, Tür schließen. Abgerechnet wird nur, was tatsächlich fehlt; der Beleg kommt digital per QR-Code. Wer eine Bowl in die Hand nimmt, das Etikett liest und sie zurückstellt, zahlt nichts. Genau das kann ein Spiralautomat konstruktionsbedingt nicht.

Ein Detail aus der Aufstellpraxis: Die Tür schwenkt nach vorn, die Bedien- und Payment-Einheit sitzt seitlich. Wer das Gerät in eine Nische stellt, braucht deshalb nicht nur 90 Zentimeter Wandbreite, sondern zusätzlich freien Schwenkraum und seitlichen Zugang zum Terminal. Für die Doppelstation gilt dasselbe zweifach.

Warum kommt der Smart Kiosk ohne RFID-Tags und Kamera aus?

Die Erkennung sitzt unter der Ware, nicht davor. 12 M-Waagen auf 6 Ebenen gehören laut Produktbroschüre zur Basisausstattung, bis zu 15 Waagen pro Kühlschrank sind kombinierbar. Eine S-Waage misst 16 x 35 Zentimeter, eine M-Waage 25 x 35 Zentimeter. Verschiebbare Gitterroste und wechselbare Waagengrößen erlauben, den Innenraum an ein anderes Sortiment anzupassen, ohne Ausgabetechnik zu tauschen.

Entnimmt jemand ein Produkt, ändert sich die Lastverteilung an genau dieser Position. Das System verknüpft die Messung mit Planogramm, Produktstammdaten und laufender Einkaufssitzung und aktualisiert den Warenkorb noch während des Einkaufs auf dem Display. Zurückgestellte Ware verschwindet wieder aus dem Warenkorb.

Der praktische Unterschied zu drei etablierten Ansätzen zeigt sich vor der ersten Verkaufsminute, nicht danach. Ein klassischer Spiralautomat bindet das Sortiment an seine Mechanik: Eine neue Verpackungsgröße braucht die passende Spirale oder den passenden Schacht, ein Wechsel bedeutet Werkzeug und Zeit vor Ort. RFID-Smart-Fridges verlangen einen Tag pro Verkaufseinheit, der beschafft, am Produkt angebracht und im System verknüpft werden muss, ein Kostenpunkt und ein Arbeitsschritt pro Artikel. Kamerabasierte Systeme müssen ein neues Produkt zunächst antrainieren, meist über Foto- oder Videomaterial aus mehreren Winkeln, bevor die Bilderkennung es zuverlässig von ähnlichen Artikeln unterscheidet.

Der Smart Kiosk braucht für ein neues Produkt zwei Einträge: das Gewicht einmalig in der Cloud hinterlegen, im Planogramm die Waagenposition zuweisen. Keine Spirale, kein RFID-Tag, kein Trainingsvideo. Das senkt die Hürde für kleine, häufig wechselnde Sortimente, wie sie in Hofläden, Saisonbetrieb oder wechselnder Cateringrotation vorkommen, deutlich unter die eines Spiralautomaten oder eines RFID-Systems.

Die Grundlage ist als europäisches Patent EP3937141B1 dokumentiert: Anmeldung veröffentlicht am 12. Januar 2022, Erteilung am 3. Januar 2024, Anmelderin Livello GmbH, Priorität 8. Juli 2020. Beansprucht werden Sensoren zur Erfassung von Gewichtsänderungen samt räumlicher Koordinaten, eine Auswerteeinheit für deren zeitlichen Verlauf und die Verknüpfung mehrerer Sensorquellen zu einem gemeinsamen Erkennungsobjekt.

Eine Kamera gehört nicht zur Ausstattung. Die im Smart Kiosk verbaute Sensorik beschränkt sich auf Gewicht, Position und Zeit, keine Bilderkennung im Verkaufsraum. Das ist mehr als ein technisches Detail: Kamerabasierte Smart Fridges müssen Kunden am Regal laufend optisch erfassen, um Produkte zuzuordnen, und geraten damit in eine datenschutzrechtliche Diskussion, die viele Anbieter dieser Kategorie bislang nicht sauber gelöst haben. Beim rein gewichtsbasierten Verkauf fallen gar keine Bilddaten von Personen an, die Frage stellt sich nicht.

An Bord sind laut Broschüre außerdem Temperaturüberwachung und -regelung, ein elektromagnetisches Türschloss mit Zugriffskontrolle, integrierte Sprachführung und ein Internet-Gateway. Das Gerät entspricht den CE- und RoHS-Richtlinien.

Was das im Alltag bedeutet, zeigt der Vergleich zweier Fehlerbilder. Fällt bei einem Spiralautomaten der Antrieb einer Position aus, ist diese Position tot, bis ein Techniker kommt. Fällt beim Smart Kiosk eine Waage aus, meldet Mission Control die betroffene Ebene, der Rest des Geräts verkauft weiter.

Betrieb, Wartung und drei harte Grenzen

295 Watt Anschlussleistung, 3,62 Kilowattstunden pro 24 Stunden, 230 Volt bei 50 Hertz: Hochgerechnet sind das rund 1.320 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem angenommenen Gewerbestrompreis von ca. 0,30 Euro pro Kilowattstunde entstehen daraus ca. 396 Euro Energiekosten jährlich. Türöffnungen, Umgebungstemperatur und Füllgrad verschieben den Wert nach oben. Die Kühlung arbeitet zwischen +2 und +10 Grad, üblich sind laut Betriebsanleitung etwa 3,5 Grad. Mit 45 dBA bleibt das Gerät leiser als ein normales Bürogespräch.

Befüllt wird im Replenisher-Modus: Tür öffnen, Ware ergänzen oder entnehmen, Bestandsänderungen laufen live über das Display, nach dem Schließen gehen die neuen Mengen an die Warenwirtschaft. Livello nennt dafür unter fünf Minuten je Befüllung. Bei einem Netzwerk aus mehreren Standorten ist der eigentliche Gewinn nicht die Minute vor Ort: Bestände sind vor der Tour bekannt, Fahrten lassen sich nach tatsächlichem Bedarf planen statt nach Kalender.

Die Steuerzentrale ist Livello Mission Control. Dort liegen Geräte, Produkte, Preise, Nutzer, Transaktionen, Befüllungen und Temperaturverläufe; Firmware und Konfiguration lassen sich remote ausrollen, Fehlermeldungen und Ferndiagnose sollen Anfahrten ersparen. Für die Anbindung an ERP-, Kassen- und Closed-Loop-Systeme nennen die Herstellerunterlagen Schnittstellen; als Terminals sind CCV IM15 und Worldline Valina dokumentiert, Mitarbeiterkarten, Badges und Chips laufen über die Closed-Loop-Integration mit Essenszuschuss, Lastschrift, Aufwerter oder Lohnabrechnung.

Die physische Wartung verschwindet dadurch nicht. Kondensator und Kondenswasserablauf sollen zwei- bis viermal jährlich kontrolliert und gereinigt werden, dazu kommt die normale Innenreinigung eines Frischekühlgeräts. Der harte Betriebsvorbehalt bleibt die Datenverbindung. Fällt sie aus, stehen die regulären Verkaufsfunktionen laut Betriebsanleitung nicht vollständig zur Verfügung. Standortprüfung heißt hier zuerst Netzabdeckung, dann Steckdose.

Für die Standortfreigabe empfiehlt sich deshalb eine feste Reihenfolge: Netzabdeckung messen, Steckdose prüfen, Stellfläche und Schwenkraum abnehmen, danach erst Sortiment und Planogramm festlegen. Diese Reihenfolge spart die häufigste Nacharbeit, nämlich ein bereits bestücktes Gerät an einem Standort ohne belastbare Verbindung.

Bargeld akzeptiert das Gerät nicht. Bezahlt wird ausschließlich digital, per Karte, Wallet oder Mitarbeiterausweis; Standorte mit Kundengruppen ohne Karte oder Smartphone brauchen eine zusätzliche Bargeldoption daneben. Kartenzahlungen laufen über eine Vorautorisierung mit anschließender Teilstornierung auf den tatsächlichen Kaufbetrag. Führt die Bank die Teilstornierung nicht sofort aus, sieht der Kunde für den vorautorisierten Betrag kurzzeitig eine höhere Belastung, bis das Institut die Differenz freigibt, ein Ablauf, den weder Livello noch der Betreiber beschleunigen können.

Für den Außenbereich ist der Smart Kiosk nicht ausgelegt. Das Gehäuse ist nicht wasserdicht, direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, insbesondere wegen der zusätzlichen Wärmelast auf Kühlkreislauf und Touchscreen. Innenaufstellung mit fester Steckdose und stabiler Netzabdeckung bleibt deshalb Voraussetzung, ein überdachter Vorplatz allein reicht dafür in der Regel nicht.

Bis zu 700 Artikel ohne feste Fachformate

700 Produkte nennt Livello als Obergrenze für den Smart Kiosk. Diese Zahl ist nicht mit den Auswahlpositionen eines Spiralautomaten vergleichbar, weil es keine feste Ausgabeposition mit Motor und Schacht gibt. Die Ware liegt offen im Regal wie im Convenience-Store, die Kapazität ergibt sich aus Verpackungsgröße, Ebenenhöhe und Planogramm.

Das verändert, welches Sortiment überhaupt in Frage kommt. Eine 0,5-Liter-Flasche braucht keine passende Spirale, eine Bowl muss durch keinen Ausgabeschacht passen, ein Salatglas kippt in keinem Fallschacht um. Sandwiches, Joghurtbecher, Obstkörbe, Riegel und Getränke stehen nebeneinander auf derselben Ebene. Die Grenzen setzt die Waage: mindestens 50 Gramm, maximal 15 Kilogramm pro Messfläche, und das Produkt muss vollständig auf der Fläche stehen, ohne die Seiten- oder Rückwand zu berühren. Genau das macht die Fläche auch für saisonal wechselnde Sortimente interessant, etwa in Hofläden oder bei mehrfach im Jahr wechselnder Cateringrotation.

Produkte werden zentral in der Cloud mit Preis, SKU, Steuersatz und Planogrammplatz angelegt. Danach ist ein Sortimentswechsel Softwarearbeit plus Umstecken der Gitterroste, keine Umrüstung der Ausgabemechanik. Ein Standort kann so von reinen Kaltgetränken auf Mittagsverpflegung umstellen, ohne das Gerät zu tauschen.

Für die Kalkulation der Verkaufsfläche liefert der Chefs-Culinar-Katalog 2025 eine belastbare Referenz: Er rechnet den Livello Smart Fridge mit 15 verkauften Getränken, 15 Menüschalen und 12 Impulsartikeln pro Tag bei 310 Betriebstagen. Bei den dort angesetzten Deckungsbeiträgen von 1,50 Euro je Getränk, 2,50 Euro je Menüschale und 1,00 Euro je Impulsware ergibt das rechnerisch ca. 23.250 Euro Rohertrag pro Jahr und Gerät. Ob ein Standort diese Frequenz erreicht, hängt an Belegschaftsgröße und Lage; die Rechnung zeigt aber, in welcher Größenordnung ein gut laufender Standort operiert.

Mit dem Doppelschrank verdoppelt sich die Fläche auf 748 Liter Nettoinhalt. Getrennte Module erlauben zusätzlich, Sortimente sauber zu trennen, etwa Getränke links und Frischeware rechts.

Eine Einschränkung gehört in jede Sortimentsplanung: Zwei gleich schwere Artikel auf derselben Waagenposition sind über das Gewicht allein nicht unterscheidbar. Praktisch löst man das über das Planogramm, indem gleich schwere Artikel bewusst auf getrennte Positionen gelegt werden.

7.500 Euro Basispreis, plus ein realer Umsatzfall aus der Praxis

Livello veröffentlicht keine Preisliste. Eine unabhängige Referenz liefert der Chefs-Culinar-Katalog Spezial Vending-Konzepte 2025: Dort steht der Smart-Fridge Einzelkühlschrank mit 7.500 Euro Basispreis, Lieferung, Installation und Schulung werden nach Aufwand abgerechnet. In derselben Übersicht kostet ein Stüwer SL3 mit Steuermodul, Zahlungsmodul und Mikrowelle 24.399 Euro Investitionssumme, ein Apitech Smart Pizza Nona 36.214 Euro, ein SandenVendo G-Snack 9.474 Euro. Mit Doppelschrank, Folierung, Payment-Terminal und Integrationen liegt der realistische Rahmen bei ca. 7.000 bis 12.000 Euro.

Gegen die Anschaffung stehen laufende Kosten, die sich beziffern lassen: ca. 396 Euro Strom pro Jahr, zwei bis vier Wartungsdurchgänge an Kondensator und Kondenswasserablauf, dazu die Softwarelizenz für Mission Control, die Livello nicht öffentlich beziffert. Was im Vergleich zu einem klassischen Automaten entfällt, ist die Ausgabemechanik als Verschleiß- und Störungsquelle. Ein klemmender Spiralmotor ist die häufigste Vor-Ort-Störung im Vending; im Smart Kiosk existiert dieses Bauteil nicht.

Der zweite Hebel liegt beim Befüllen. Wo Systeme mit Funketiketten arbeiten, muss jede Verkaufseinheit vor dem Einräumen etikettiert und zugeordnet werden. Beim Smart Kiosk entfällt dieser Arbeitsschritt vollständig, die Ware wird eingeräumt wie in ein Kühlregal. Bei 30 bis 50 Artikeln pro Befüllung und mehreren Touren pro Woche summiert sich das zu Arbeitszeit, die in keiner Anschaffungsrechnung auftaucht.

Eine Einschränkung bleibt: Die vom Hersteller genannte Fehler- und Diebstahlquote von unter 0,01 Prozent ist eine Herstellerangabe ohne veröffentlichtes Prüfprotokoll und taugt nicht als Kalkulationsgrundlage.

Unterm Strich ist der Smart Kiosk im Investitionsvergleich das günstigste der vier im Katalog gegenübergestellten Frische- und Menükonzepte, bei gleichzeitig größtem Funktionsumfang auf der Softwareseite. Der Kühlschrank ist dabei nur das Frontend; bezahlt wird das Gesamtsystem aus wiegendem Regal, Checkout, Payment, Warenwirtschaft und Fernbetrieb.

Wie sich das im Betrieb auszahlen kann, zeigt ein von Livello veröffentlichter Praxisfall aus einer Klinik in Nordrhein-Westfalen: Ein Einzelkühlschrank in der Notaufnahme-Wartezone und ein Doppelkühlschrank in der Lobby erzielten dort im Schnitt rund 9.900 Euro Bruttoumsatz pro Monat über beide Geräte zusammen. 79,7 Prozent davon fielen außerhalb der regulären Kantinenzeiten an, 32,5 Prozent während der Nachtschicht zwischen 20 und 7 Uhr, mit einem Spitzenwert gegen 17 Uhr direkt nach Kantinenschluss. Die Geräte ersetzten die Kantine nicht, sondern schlossen die Versorgungslücke für Personal, Patienten und Besucher außerhalb der Servicezeiten. Ob sich diese Größenordnung auf andere Standorte übertragen lässt, hängt an Frequenz und Sortiment vor Ort.

Zur Fixkostenseite: Setzt man den Basispreis von 7.500 Euro linear über sieben Jahre an, entfallen rund 1.070 Euro Abschreibung pro Jahr. Zusammen mit ca. 396 Euro Energie liegt die geräteseitige Fixkostenbasis bei ca. 1.470 Euro jährlich, bevor Ware, Lizenz und Service dazukommen. Der Praxisfall aus der Klinik kommt hochgerechnet auf knapp 119.000 Euro Jahresbruttoumsatz über beide Geräte, 9.900 Euro mal 12 Monate. Bruttoumsatz ist nicht Deckungsbeitrag. Die Größenordnung zeigt trotzdem, in welchem Verhältnis Fixkosten und Umsatzpotenzial an einem gut laufenden Standort zueinanderstehen.

Technisches Datenblatt

Alle erfassten Datenpunkte im Überblick.

Einsatz & Betrieb

Einsatzbereiche
Büro & Betrieb, Krankenhaus/Klinik, Gastronomie, Bildung (Schule/Uni)
Aufstellung / Bauform
Standgerät
Umgebung (Innen/Außen)
Innen

Zahlung & Konnektivität

Zahlungsarten
EC-/Kreditkarte (EMV), Kontaktlos (NFC), Mobile Wallet (Apple/Google Pay), App-basiert (Pay-by-app), Mitarbeiterkarte, Chip-/Geldkarte (Closed Loop), QR-Code
Payment-Interface (Protokoll)
Sonstiges
Payment-Features
Pre-Authorization, Teilstorno (Partial Reversal), Beleg/Receipt, Loyalty/Bonus
Telemetrie/Cloud
Voll (Umsatz+Füllstände+Remote)
Konnektivität
Mobilfunk 4G/LTE, WLAN/Wi-Fi, Ethernet/LAN

Technik

Sensorik
Gewichtswaagen / Smart Shelves, Temperatur, Türsensor / Öffnungserkennung
Ausgabemechanik
Locker-Ausgabe
Gesamtkapazität
700 Einheiten
Fachanzahl
6
Bedienoberfläche
Touchscreen
Unterstützte Produktformate
PET-Flaschen, Sandwiches/Wraps, Salate/Schalen, Frische Mahlzeiten, Riegel/Schokoriegel

Kühlung

Kühlung
Gekühlt
Kältemittel
R290 (Propan)
Verbrauch je 24 h
3.62 kWh
Temperaturbereich
+2 bis +10

Service & Compliance

Altersverifikation
Optional
Preissegment
Mittelklasse
Zertifizierungen
CE, RoHS

Abmessungen & Gewicht

Abmessungen (B × H × T)
900 x 2120 x 655
Gewicht (unverpackt)
105 kg
Nennleistung
295 W
Jahresverbrauch
1321 kWh
Geräuschpegel
45 dB(A)

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Nützliche Links und Dokumente

Weiterführende Quellen

  1. 1.Livello GmbH, Produktseite Smart Kiosk — livello.com/smart-kiosk/
  2. 2.Google Patents, EP3937141B1 Vorrichtung zur Erkennung und Ausgabe von Waren — patents.google.com/patent/EP3937141B1/de
  3. 3.Livello GmbH, Einsatzgebiete — livello.com/einsatzgebiete/
  4. 4.Livello GmbH, Smart Fridge im Gesundheitswesen — livello.com/gesundheitswesen/
  5. 5.Livello GmbH, Smart Fridge für Büros und Unternehmen — livello.com/buros-unternehmen/
  6. 6.Livello GmbH, Full-Service-Verpflegungslösung — livello.com/essensautomat/
  7. 7.Livello GmbH, Über uns — livello.com/about/
  8. 8.Livello GmbH, Blog und Anwendungsberichte — livello.com/blog/
  9. 9.Northdata, Handelsregistereintrag Livello GmbH (HRB 87412, Düsseldorf) — northdata.com/Livello%20GmbH,%20D%C3%BCsseldorf/HRB%2087412
  10. 10.Livello Technologies, Produktdemonstrationen (YouTube-Kanal) — youtube.com/@livellotech
  11. 11.Livello GmbH, Startseite und Lösungsübersicht — livello.com/
  12. 12.Livello Technologies, LinkedIn-Praxisfall Klinik NRW: Umsatzzahlen Smart Fridges — linkedin.com/posts/livello-technologies_247-klinik-umsatz-mit-livello-smart-fridges-activity-7474695185617174528-nmKR
Praxistest: Gerät wurde praktisch geprüftZuletzt geprüft: VendingTests.com editorial teamBewertungskriterien transparent dokumentiert

Häufige Fragen zum Livello Smart Kiosk

Wie erkennt der Smart Kiosk, was entnommen wurde?

Jede Regalfläche ist eine Waage. Die Basisausstattung umfasst laut Produktbroschüre 12 M-Waagen auf 6 Ebenen, maximal 15 Waagen pro Kühlschrank sind kombinierbar. Eine Gewichtsänderung an einer Waagenposition wird dem hinterlegten Planogramm und der laufenden Einkaufssitzung zugeordnet, das Ergebnis erscheint noch während des Einkaufs auf dem 10,1-Zoll-Display.

Was kostet der Livello Smart Kiosk?

Der Fachhandelskatalog Chefs Culinar führt den Einzelkühlschrank 2025 mit einem Basispreis von 7.500 Euro, Lieferung, Installation und Schulung werden dort nach Aufwand abgerechnet. Je nach Konfiguration mit Doppelschrank, Branding, Payment-Terminal und Integrationen liegt der Rahmen bei ca. 7.000 bis 12.000 Euro. Livello veröffentlicht keine verbindliche Preisliste, ein aktuelles Angebot ist deshalb Pflicht.

Was passiert bei einem Internetausfall?

Payment, Produkterkennung und Cloud-Kommunikation setzen eine Datenverbindung voraus. Die Betriebsanleitung hält fest, dass die regulären Funktionen bei Ausfall nicht vollständig zur Verfügung stehen. LTE, WLAN und LAN werden unterstützt, an kritischen Standorten empfiehlt sich LTE als Rückfallebene.

Lässt sich ein Einzelgerät später erweitern?

Ja. Ein zweites Kühlmodul wird über ein oberes und unteres Mittelstück mechanisch angekoppelt, danach werden Daten- und Stromverbindungen gesteckt. Aus 374 Litern Nettoinhalt werden so 748 Liter, aus 85 Zentimetern Breite 153 Zentimeter. Bedienoberfläche und Backend bleiben dieselben.

Kann ich am Smart Kiosk mit Bargeld bezahlen?

Nein. Der Smart Kiosk akzeptiert ausschließlich bargeldlose Zahlungsmittel: Giro- und Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay, App oder NFC-Mitarbeiterausweis. Standorte mit Kundengruppen ohne Karte oder Smartphone brauchen eine zusätzliche Bargeldoption daneben, etwa eine klassische Kasse.

Kann der Smart Kiosk im Außenbereich stehen?

Nein, das Gehäuse ist nicht wasserdicht und für dauerhafte Witterung nicht ausgelegt. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, weil sie Kühlkreislauf und Touchscreen zusätzlich belastet. Livello empfiehlt Innenaufstellung mit fester Steckdose und stabiler Netzabdeckung.

FAS 500 Fresh

FAS International · Frische-Automaten & Smart Fridges

FAS 500 Fresh

7,7Gut

Der FAS 500 Fresh ist der kleinere Bruder des FAS 750 Food — mit 120 statt 200 Stellplätzen, aber kompakteren Abmessungen, die ihn für engere Büroflure und Klinikkantinen geeignet machen. R290-Kältemittel, vollständige Telemetrie und MDB-Cashless sind serienmäßig. Für Standorte bis 80 Nutzer das wirtschaftlichste Frischeautomaten-Angebot im FAS-Portfolio.

ab 5.800 €

FAS 750 Food

FAS International · Frische-Automaten & Smart Fridges

FAS 750 Food

8,4Sehr gut

Kompakter Multi-Zonen-Frischeautomat für Büros bis 80 Personen. Bietet Sandwiches, Salate und Fertiggerichte in einer Maschine mit HACCP-konformer Temperatursicherung — der unkomplizierteste Einstieg in den Frischekategorie.

ab 9.490 €

FAS 1050 Excellence Food

FAS International · Frische-Automaten & Smart Fridges

FAS 1050 Excellence Food

7,8Gut

Die FAS Excellence 1050 ist ein sauber dokumentiertes Gerät: vier Datenblätter der Reihe weisen dieselben Felder aus, einschließlich der Tiefe bei offener Tür — 1.810 Millimeter, ein Wert, den kaum ein Hersteller nennt und der über die Bestückbarkeit entscheidet. 70 Auswahlen auf 0,83 Quadratmetern sind 84 je Quadratmeter und damit 19 Prozent mehr als bei der kleinsten Ausführung; die Bediensäule kostet beim schmalen Gerät anteilig mehr Warenbreite. Gekühlt wird mit CO₂ auf plus drei Grad, ausdrücklich mit Temperaturüberwachung. Energieklasse C bei 450 Watt Nennleistung — wobei die kleinste Ausführung nur Klasse D erreicht, ein zu klein gewähltes Gerät kostet im Betrieb also mehr. Was fehlt, ist der Jahresverbrauch in Kilowattstunden und die Klimaklasse: Für die Auswahl der Baugröße reicht das Datenblatt, für eine Stromkostenrechnung nicht.

Auf Anfrage