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Aequator

Aequator Swiss Egro 70/80

8.6/ 10

Empfehlenswert

Datenreview — recherchiert aus Quellen, nicht physisch getestet. Wie wir bewerten

Design & Aufbau8.2
Technik & Funktionen8.4
Betrieb & Wartung8.7
Kapazität & Sortiment9.2
Preis / Leistung8.6
ab 4.500 €

Richtpreise netto (zzgl. MwSt.), Projektpreise abweichend

  • Theken-/Counterunit
  • Innen
  • Tasten
  • Externer Kühlkanister

Öko-Label

ABCDE

Nennleistung

3700 W

6 Fotos · Aequator Swiss Egro 70/80

Einsatzgebiete

Für welche Standorte sich das Gerät eignet, und für welche nicht.

Ideal

Kantine & Campus (150–500 MA)

Deckt Stoßzeiten bis 300 Portionen/h, Reinigungsprogramm reduziert Personalaufwand.

Ideal

Hotel & Gastronomie (Frühstücksbetrieb)

Zwei Boiler erlauben parallele Kaffee- und Milchausgabe, robust bei Durchsatz.

Ideal

Krankenhaus & Pflege

Edelstahlgehäuse, automatische Hygieneroutine, Protokollierung für HACCP-Auflagen.

Bedingt

Großraumbüro (ab 100 MA)

Effizienz erst bei höherem Tagesdurchsatz; Reinigungsunterbrechung bei wenigen Nutzern relevant.

Ideal

Bäckereien & Verkehrshubs

Schnelle Ausgabe, große Bohnenvorräte, geringes Ausfallrisiko bei Volumenbetrieb.

Nicht geeignet

Kleinbetrieb (<80 MA)

❌ Aufwand und Investition für kleine Teams zu hoch; Bedienkomfort limitiert.

Ideal

Technischer Servicebetrieb

Zugängliche Wartung und Großserientauglichkeit, Techniker-Netz deutschlandweit.

Bedingt

Universität / Mensa

Mengenleistung passt, aber fehlende Paymentfunktion begrenzt Einsatz im Self-Service.

Unsere Bewertung im Detail

5 Achsen, datenbasiert gewichtet.

Design & Aufbau
8,2 / 10
Technik & Funktionen
8,4 / 10
Betrieb & Wartung
8,7 / 10
Kapazität & Sortiment
9,2 / 10
Preis / Leistung
8,6 / 10

Kurzfazit

8,6Sehr gut

Bis zu 300 Espressi pro Stunde, zwei integrierte Mahlwerke und 2.500 g Bohnenvorrat: Die Swiss Egro 70 Serie zählt zu den Hochleistungsautomaten im Betriebs- und Gastronomiebereich. Das druckfeste Edelstahlkonzept (57 kg) ist für Dauereinsatz in Kantine, Klinik und Hotellerie mit 150 bis 500 Mitarbeitern ausgelegt. Automatische Reinigungszyklen (24h-Intervall), externer Milchanschluss und robuste Bauteile reduzieren Bedienaufwand auf etwa 10 Minuten täglich. Schwächen: Die veraltete Tastatur statt Touchscreen bremst Neueinsteiger, und Ersatzteile sind für diese baureihe teils nur noch über Fachpartner mit Vorlauf lieferbar. Wartungskosten (Pumpe, Milchschaumkopf) bleiben überschaubar, sofern Inspektionsintervalle eingehalten werden. Die Neuanschaffung liegt bei 10.000 bis 14.000 €, was im Verhältnis zur Ausdauer und Stundenleistung als solide Investition über 7–10 Jahre gilt. Für kleinere Teams wirken sich Reinigungsunterbrechungen empfindlich aus – ab 100 Tagesportions empfiehlt sich das Gerät. Wer maximale Zuverlässigkeit und schnellen Service im DACH-Raum benötigt, profitiert von den etablierten Strukturen der Rancilio-Gruppe (Egro Suisse AG). ROI realistisch nach 2–3 Jahren, sofern die Auslastung stimmt.

Auf einen Blick

Modell
Aequator Swiss Egro 70/80
Hersteller
Aequator
Kategorie
Heißgetränkeautomaten
Typ
Kaffeevollautomaten
Preisrahmen
ab 4.500 €
Gesamtscore
8.6 / 10
Herkunft
Aequator (CH)

Vorteile & Nachteile

Vorteile

  • Separate Boiler für Kaffee und Dampf (je 1 l Volumen, 3.000 W)
  • Automatisches Reinigungsprogramm mit 24h-Zyklus
  • Zwei integrierte Bohnenbehälter à 1,25 kg (gesamt 2,5 kg)
  • Ersatzteile und Servicestruktur europaweit über Rancilio Group
  • Robustes Edelstahlgehäuse, Gewicht 57 kg (Manual S. 46)
  • 300 Espresso/h (Herstellerangabe, Betriebsanleitung S. 47)

Nachteile

  • Bedientastenfeld, kein Touchscreen (16 Tasten, keine moderne Anzeige)
  • Lautstärke <70 dB(A), in ruhigen Büros kann Brühvorgang stören
  • Reinigungssperre nach verpasstem 1-Stunden-Fenster kann Betrieb unterbrechen
  • Ersatzteile für Serie 70 nur noch über Fachhandel, teils lange Lieferzeit
  • Externes Milchsystem benötigt zusätzlichen Platz, Add-on-Kühler wiegt 25 kg
  • Kein Münzprüfer, keine Bezahlfunktion integriert
  • Keine Telemetrie/Remote-Monitoring (kein IoT, keine Cashless-Integration dokumentiert)

Testbericht

Design & Aufbau

57 kg bringt der Swiss Egro 70 auf die Waage. Damit ist die Maschine deutlich schwerer als viele Mittelklasse-Kaffeevollautomaten für kleinere Büros. Die Konstruktion zielt klar auf professionelle Standorte mit festem Gastro-Mobiliar. Korpus und Verkleidung bestehen aus Edelstahl, Kunststoffanteile sind auf Funktionsteile beschränkt. Kratzer oder Dellen durch Stoßbelastung im hektischen Kantinenbetrieb sind auch nach Jahren kein ungewöhnliches Schadensbild, lassen sich bei Metallgehäuse aber meist kosmetisch beheben.

Das Bedienfeld setzt auf 16 Tasten – Touchscreen fehlt. Jüngere Modelle aus vergleichbarer Preisklasse bieten heute oft ein Display mit grafischer Menüführung oder Personalisierungsoptionen. Wer seine Mitarbeiterschichten regelmäßig wechselt oder wenig eingewiesenes Personal am Gerät hat, kommt mit Tastensteuerung weniger intuitiv zum Ziel. Symbolmarkierungen und Funktionszuweisungen wirken antiquiert. Vorteil für Produktionsumgebungen wie Werkstätten: Handschuhbetrieb funktioniert, feuchte Finger stören nicht.

Ein hoher Aufsatz macht die Maschine insgesamt ausladend. Die genauen Maße fehlen in den recherchierten Unterlagen, das Gewicht und die Leistungsdaten platzieren das Modell aber sicher im Segment der klassischen Freiaufsteller oder Frontcooking-Stationen, selten auf enger Kaffeebar. Für die Milchversorgung ist eine externe Kühleinheit nötig, beispielsweise der Kühlschrank KS6 oder KS7. Sie schlägt mit weiteren 25 kg zu Buche und erfordert Platz unter/oder neben dem Automaten.

Der Servicezugang wurde solide, aber wenig ergonomisch gelöst. Wartungsklappen arretieren zuverlässig, erfordern aber in engen Versorgungskojen zusätzlichen Freiraum an der Seite. In der Aufbauplanung ist zu beachten: Wasser- und Schmutzwasseranschluss, Stromanschluss mit mindestens 16A-Absicherung sowie ein optimaler Zugang zum Bohnenbehälter (2 × 1,25 kg) werden benötigt. Milchschläuche müssen regelmäßig gewechselt werden – deren Führung zum Kühler ist fehleranfällig, hebt die Montagekomplexität im Vergleich zu integrierten Milchsystemen.

Im Geräuschkomfort produziert der Automat laut Hersteller unter 70 dB(A). Schnelle Spülzyklen, Mahlwerk und Dampfstoß fallen in Stoßzeiten akustisch auf, im Großraumbetrieb relevant, in Kantinenumgebung verschmerzbar. Insgesamt bestätigt sich der Eindruck eines für hohe Auslastung entworfenen, funktional gedachten Systems ohne Designanspruch. Wer Wert auf kompakte Lösungen oder bargeldlose Bezahlmöglichkeiten legt, findet bessere Alternativen.

Technologie & Funktionen

Zwei Mühlen, jede für 1,25 Kilogramm Bohnen, bestimmen das technische Profil der Egro 70 Serie. Das System arbeitet als echter „Bean-to-Cup“-Vollautomat, alles läuft intern: Mahlen, Pressen, Brühen. Beide Mühlen sind integriert, ein Mahlwerkwechsel am Gerät ist faktisch nicht vorgesehen. Ein Vorteil für zügigen Betrieb, aber keine Option für wechselnde Spezialitäten oder Gastbohnen. Welche Mahlwerkstechnologie – Scheibe oder Kegel, Material – eingesetzt wird, gibt das zugängliche Datenblatt nicht preis (Manualslib, Technische Daten S. 46–47). Anwender können pro Tasse zwischen zwei Bohnensorten wählen, aber Spezialwünsche wie Filterkaffee, Kakao oder Instantmischungen bleiben außen vor.

Das Bedienfeld setzt auf 16 physische Tasten, Touchscreen oder praxisnahe Statusanzeigen wie bei aktuellen Topmodellen gibt es nicht. Eine Klartextsteuerung oder sprachbasierte Benutzerführung fehlt. Wer Menü- oder Individualfunktionen sucht, muss tief in die Bedienungsanleitung einsteigen. Die Tastenstruktur ist langlebig und für raue Einsatzorte robust, lässt sich aber bei häufig wechselndem Personal nicht intuitiv erschließen. Keine Icon-basierten Menüs, keine kontextgesteuerten Meldungen. Das System ist auf klassisch geschultes Betriebs- oder Küchenpersonal zugeschnitten, nicht auf moderne „Self-Service“-Erwartungen.

Externe Telemetrie fehlt vollständig. Keine Fernwartung, kein Cloud-Monitoring, keine Push-Benachrichtigungen für Füllstand oder Fehlercodes. Betriebsdaten können nicht remote abgerufen werden. Wer zentral Kapazitäten überwachen oder Ausfallzeiten auf mehrere Objekte tracken möchte, stößt an Grenzen. Der Grund liegt im Baujahr: Die Serie stammt aus einer Ära vor IoT und vernetzter Vendingtechnik (egrosuisse.ch, manualslib.com). Neuere Egro-Geräte wie die „Next Pure Coffee“ unterstützen Telemetrie und Digitalplattformen, die 70er-Generation bleibt analog. Für Betreiber mit mehreren Standorten und automatisiertem Serviceeinsatz ist diese Lücke ein strategischer Nachteil.

Zahlungssysteme sind nicht dokumentiert. Die Serie 70 ist weder als MDB-fähig noch als Payterminal-kompatibel spezifiziert. Das Gerät adressiert klassische OCS/HoReCa–Anwendungen mit Betriebszahlung, Subventionierung oder Gratisentnahme, nicht den Vending-Sektor mit Kreditkarten, NFC oder QR-Zahlung. Wer Payment-Schnittstellen nachrüsten will, muss auf Drittanbieter-Lösungen zugreifen – ab Werk ist weder eine Hardware- noch Softwareoption nachweisbar.

Die Milchführung erfolgt über externer Kanister (KS6/KS7) mit eigenständiger Kühlung und Zuleitungen. Automatische Milchaufschäumung ist inklusive, verlangt aber tägliche Reinigung laut Hersteller. HygienicLock-Funktionen oder Milchhandling per RFID wie sie moderne Modelle bringen, fehlen.

Kernwerte wie Brühdruck (9,5 bar) und Brüh-Kesseltemperatur (95 °C) liegen im branchentypischen Rahmen. Die Maschine verfügt über zwei separate 1-Liter-Boiler (Standardversion), stärkere P-Versionen mit drei Kesseln sind verfügbar. Eine Festwasserversorgung ist Pflicht. Temperatur- und Brühparameter sind laut Anleitung einstellbar, Telemetriegestützte Pflegeprogramme oder automatisiertes Reporting existieren nicht (Manualslib S. 46–47).

Zusammengefasst liefert die Egro 70 solide Gastro-Technik ohne digitale Schnittstellen. Keine Fernsteuerung, keine Kundeninteraktion per App, kein Payment ab Werk. Mechanisch solide, funktional reduziert. Wer Digitalisierung und zentrale Überwachung sucht, braucht eine modernere Plattform.

Kapazität & Sortiment

300 Espressi pro Stunde im Spitzenwert. Dieser Durchsatz findet sich selten unter den Vollautomaten für Kantinen und Großbetriebe. Hersteller gibt für das Standardmodell der Swiss Egro 70 Serie einen Wert von 300 Tassen à 40 ml und 210 Tassen normalen Kaffee à 100 ml pro Stunde an. Latte-Macchiato-Leistung liegt laut Datenblatt bei 70 Stück pro Stunde, mit der stärkeren P-Version steigt dieser Wert auf 120 – dort aber nur bei 400 V Anschluss, dreiphasig und fast 10 kW Leistungsaufnahme. Für reine Kaffee-Milch-Getränke nennt das Handbuch 160 Stück (Standard) bis 270 Tassen (P-Version). In kleinen Büros ist das deutlich überdimensioniert; unterhalb von 100 Tagesportionen bleibt ein Großteil des Potentials ungenutzt und rechtfertigt weder Investition noch Wartungsaufwand.

Die Bohnentrichter fassen zusammen 2,5 kg, aufgeteilt auf zwei Fächer à 1,25 kg für unterschiedliche Sorten. Das genügt auch in Stoßzeiten: Mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 7–9 Gramm pro Bezug reicht eine Beladung für etwa 270 Tassen, also fast eine Volllaststunde. Wer abends oder im Zweischichtbetrieb auffüllt, riskiert keine Engpässe. Der Satzbehälter, so das Handbuch, muss händisch entleert werden – Angaben zum Volumen fehlen, dürften aber im Bereich 100–150 Portionen liegen und richten sich nach Voreinstellung des Kaffeemehlgewichts.

Das Sortiment ist klar auf klassische Heißgetränke ausgerichtet: Espresso, Kaffee, Milchmischgetränke (Cappuccino, Latte) und Heißwasser. Die Bedienmatrix beschränkt sich auf 16 Tasten, keine frei konfigurierbaren Spezialitäten oder saisonale Aktionsgetränke. Bei Mischgetränken steuert ein externer Milchkühler (25 kg Zusatzgewicht) die Frischmilchversorgung; Pulvermilch ist nicht vorgesehen. Die Einschränkung auf klassische Varianten reduziert die Wartungsanfälligkeit, limitiert aber die Sortimentsbreite im Vergleich zu aktuellen Touchscreen-Automaten mit Sirup- oder Kakaomodul.

Hoher Durchsatz ist bei diesem Modell nicht nur ein Werbewert. Wer das Potenzial wirklich nutzt, braucht eine entsprechende Betriebssituation: Kantinen, Hotels im Frühstücksservice oder größere Pflegeeinrichtungen während Stoßzeiten profitieren am ehesten. Typische Kaffeevollautomaten schaffen unter Dauerlast maximal ein Drittel dieses Volumens und steigen bei über 100 Tassen pro Stunde schnell in der Störanfälligkeit. Wer weniger als 150 Getränke täglich braucht, findet marktreifere, günstigere Alternativen.

Zusammengefasst gilt: Die Swiss Egro 70 Serie ist als Durchsatzmaschine positioniert, nicht als Vielfalt- oder Aktionsgetränkeplattform. Sortimentsausbau ist technisch kaum nachrüstbar. Kapazität bei Bohnen und Geschwindigkeit stehen im Vordergrund — für kleinere Betriebe ist das Ressourcenverschwendung. Quellen: [1][2][3][4][5]

Betrieb & Wartung

Automatische Reinigungsläufe entlasten das Personal im Tagesgeschäft. Nach 24 Stunden ab dem letzten Getränk fordert die Steuerung zur Reinigung auf. Wer dann nicht innerhalb von 1 Stunde reagiert, erlebt eine komplette Dosiersperre – die Maschine gibt kein Getränk mehr aus. Das Zeitfenster ist fest einprogrammiert, die genaue Auslöseuhrzeit kann bei der Inbetriebnahme durch den Servicetechniker angepasst werden. Das tägliche Reinigungsprogramm läuft geführt ab: Zuerst wird das Kaffeesystem per Tablette gespült, anschließend folgt die automatische Milchsystemspülung über den separaten Anschluss und Kanister. Düsen, Tropfschale und Satzbehälter müssen händisch gereinigt und entleert werden. Der gesamte Ablauf benötigt etwa 10 Minuten, sofern keine Verkalkung oder grober Milchschmutz vorliegt. Die Reinigung des Milchschlauchs und Milchschaumkopfs (Bestell-Nr. 100064.001) steht wöchentlich an. Bauteile demontieren, im Spezialreiniger (Nr. 055452) einweichen, alles durchspülen – dafür sollten etwa 15 bis 20 Minuten eingeplant werden. Das automatische System ersetzt die manuelle Demontage und Hygiene nicht vollständig.

Einsparpotenzial bei Personalzeit bleibt überschaubar. Wer den Reinigungslauf verschläft oder zu knapp kalkuliert, riskiert unnötige Stillstände. Im hektischen Kantinenbetrieb kann das zum Problem werden, insbesondere wenn kein geschulter Mitarbeiter vor Ort ist.

Typische Reparaturen betreffen den Pumpenkopf (Wechsel ab ca. 85 € netto, laut Hauptstadt Reparaturen) oder den Milchschaumkopf, der nach 2 bis 4 Jahren für 40 bis 80 € ersetzt wird. Reinigungstabletten (100 Stück) kosten zwischen 15 und 30 €. Kleinere Defekte (Verdreckung im Auslauf, Sensorprobleme) lassen sich oft per Vor-Ort-Techniker beheben, Diagnoseeinsätze starten bei 29 € und steigen bei Ersatzteilbedarf bis etwa 200 €. Die Servicepartnerschaft mit der Rancilio Group sichert in der Schweiz laut Hersteller eine Reaktionszeit von maximal 3 bis 6 Stunden. Für deutsche Standorte läuft die Koordination über Fachhändler; offizielle Zeitwerte fehlen. Lieferzeiten für Ersatzteile variieren, bei älteren Geräten wie der Egro Serie 70 sind manche Komponenten nur über Drittanbieter wie Avola oder Gastroparts verfügbar. Für Großküchen mit hoher Auslastung können mehrere Tage Stillstand realistisch sein.

Die Ersatzteilversorgung für die Serie 70 wird schwieriger. Nicht jede Komponente ist dauerhaft beim Hersteller am Lager. Für Betreiber bedeutet das: Ohne Wartungsvertrag und Vorratshaltung steigt das Risiko eines längeren Ausfalls im Schadensfall. Wer ein kritisches Kaffeekonzept fährt, sollte frühzeitig die Ersatzteilsituation prüfen.

Ferndiagnose oder Telemetrie sind bei diesem Modell nicht vorgesehen. Störungen lassen sich ausschließlich auf Betreiberseite oder durch Techniker vor Ort beheben. Dokumentierte Fehlercodes existieren zwar (>45 Codes, laut Fehlerhandbuch), doch telefonische Hilfestellung reicht im Detailfall meist nicht aus.

Leistung & Energie

3700 Watt Nennleistung sind im Heißgetränkebereich ein deutliches Zeichen für Profitechnik. Die Swiss Egro 70 erreicht diese Leistungsaufnahme laut offizieller Betriebsanleitung bei Anschluss an 230 V und zwei separaten Kaffeeboilern. In der stärkeren „P“-Version, spezifiziert für 400 V Drehstrom, steigt die Systemleistung auf 9700 Watt. Der Wert ist belegt auf Seite 47 der offiziellen Dokumentation (vgl. Manualslib S. 47). Diese Zahlen übertreffen die gesamte Kompaktklasse deutlich. Für kleine Cafés, Offices oder Standorte unter 100 Tassen täglich ist diese Dimensionierung meist überzogen. Energieeffizienzdaten fehlen, ein Jahresverbrauch wird im Herstellerblatt nicht ausgewiesen.

Eine Standby-Leistungsaufnahme ist weder im deutschen Handbuch noch in Drittquellen ausgewiesen. Im Vergleich: Moderne Geräte der Preisklasse ab 2020 geben typische Standby-Werte zwischen 15 und 50 Watt an. Bei der Egro 70 bleibt offen, wie hoch der Leerlaufverbrauch tatsächlich liegt. Wer Energieeinsparungen exakt berechnen will, braucht ergänzende Messungen vor Ort oder muss auf Herstellerangaben aus neueren Baureihen ausweichen.

Aufheizzeiten des Doppelkessel-Systems sind in der dokumentierten Anleitung nicht beziffert. Annahmen aus vergleichbaren Maschinen deuten auf mindestens 10 bis 15 Minuten vom Netzstart bis zur Betriebsbereitschaft hin. Die Angaben zur betrieblichen Startzeit sind also unvollständig. Für Kantinen mit festen Einschaltzyklen ist dies selten kritisch, für wechselnde Schichtmodelle entsteht dadurch ein Unsicherheitsfaktor.

Im Betrieb bleibt der Schalldruckpegel laut Handbuch unter 70 dB(A). Das ist der typische Bereich für professionelle Espressomaschinen unter Volllast. Ein laufender Pumpvorgang, Mahlwerke und Dampferzeugung summieren sich damit auf das akustische Niveau eines Staubsaugers auf halber Leistung. Für Büroflächen mit sensiblen Arbeitsplätzen empfiehlt sich immer ein akustischer Probelauf am geplanten Aufstellort.

Energiebedarf und Schallleistung sind bei der Swiss Egro 70 keine theoretische Randnotiz. Im Hochdurchsatzbetrieb (bis zu 300 Tassen pro Stunde) ist der Ressourcenverbrauch dem Output angemessen. Im Normalbetrieb (etwa 160 Tassen/Tag nach Betreiberangaben) bleibt ein erheblicher Sockelverbrauch bestehen. Für Betreiber bedeutet das: Ohne gleichbleibend hohe Auslastung liegt ein wirtschaftlicher Nutzungsvorteil nur bedingt vor. Eine genaue Wirtschaftlichkeitsrechnung verlangt beim Fehlanzeige von offiziellen Verbrauchsdaten zusätzliche Vor-Ort-Messungen. Wer die Maschine als Ersatz für drei Einzelgeräte im Dauereinsatz nutzt, nutzt das Energiekonzept am sinnvollsten aus.

Preise & Betriebskosten

Investitionen ab etwa 10.000 bis 14.000 Euro netto für eine neue Egro Serie 70 richten sich klar an Großküchen, Kantinen und Einrichtungen mit starkem Durchsatz. Preisangaben schwanken im Marktumfeld, da offizielle Listen wenig transparent sind. Neuangebote im deutschen Sprachraum liegen laut Sekundärquellen wie Gastroanzeigen.de und dem Mittelwert internationaler Gebrauchtinserate auf diesem Niveau (Quelle). Gebrauchtpreise sind kaum zuverlässig ermittelbar: Einzelne Angebote reichen von 600 bis 2.500 Euro, wobei viele Inserate auf Anfrage laufen. Maschinen mit Servicehistorie und Austausch wichtiger Baugruppen werden in der Regel teurer gehandelt.

Die direkten Betriebskosten setzen sich aus Verbrauchsmaterialien, Wartung und Energie zusammen. Mit rund 3.700 Watt Nennleistung im Standardmodell (P-Version: 9.700 Watt, Manualslib S. 47) ergeben sich rechnerisch bei durchschnittlich 160 Tassen pro Tag (typischer Kantinenbetrieb) Stromkosten von etwa 2–3 Euro pro Einsatztag, falls die Maschine ganztags läuft. Reinigungstabletten sind als laufender Posten zu kalkulieren: 15–30 Euro für 100 Stück, laut Betriebsanleitung S. 48 bei täglicher Anwendung häufig nach 3 Monaten zu erneuern. Ersatzteile wie Milchschaumkopf (40–80 Euro) oder Pumpenkopf (85–130 Euro, Servicepreise nach Hauptstadt Reparaturen) fallen typischerweise innerhalb von drei bis fünf Jahren im Betrieb an und sollten im Langfristbudget berücksichtigt werden (Hauptstadt Reparaturen). Serviceeinsätze vor Ort werden mit 29 bis 200 Euro angegeben — genaue Bedingungen sind selten öffentlich einsehbar.

Ein Kostenbeispiel über fünf Jahre: Die Anschaffung liegt bei 12.000 Euro, jährliche Wartung und Ersatzteile mit konservativ 350 Euro veranschlagt, Stromkosten nach obigen Werten etwa 700 Euro pro Jahr. Reinigung (Tabellen, Entkalker) zusätzlich 120 Euro jährlich. Macht über den Zeitraum Gesamtkosten von ca. 15.350 Euro (ohne Rohstoffe wie Kaffeebohnen und Milch). Bei einer täglichen Auslastung von 160 Tassen (rund 58.400 im Jahr) ergibt sich ein Betriebskostenanteil jenseits der Rohstoffe von etwa 0,052 Euro pro Tasse – ohne Berücksichtigung von Personalzeit und indirekten Betriebskosten. Weniger als 100 Tassen täglich machen die Fixkosten spürbar, der ROI verschlechtert sich. Für kleine Standorte eindeutig zu groß dimensioniert. Ersatzteil- und Serviceverfügbarkeit kann bei älteren Maschinen problematisch werden: Originalteile für die Serie 70 sind laut Quellen oft nur noch mit Vorlauf oder von Drittanbietern kurzfristig lieferbar (Avola Kaffeesysteme, egrosuisse.ch).

Neben Fixkosten bilden Ausfälle im laufenden Betrieb ein Risiko: Die Steuerung blockiert die Ausgabe nach ausstehender Reinigung, was Ausfallzeiten und Personalaufwand verursachen kann. Wer ein reines Preisargument sucht, findet im Wettbewerbsumfeld günstigere, wenn auch weniger leistungsfähige Alternativen – der Durchsatz und die robuste Bauweise bleiben das Hauptargument für größere Kantinen und Standorte, die mehr als 100 Portionen pro Tag erreichen.

Technisches Datenblatt

Alle erfassten Datenpunkte im Überblick.

Einsatz & Betrieb

Aufstellung / Bauform
Theken-/Counterunit
Umgebung (Innen/Außen)
Innen

Technik

Bedienoberfläche
Tasten

Heißgetränke

Milchsystem
Externer Kühlkanister
Brühtechnologie
Bean-to-Cup (Frischbrüher)

Abmessungen & Gewicht

Abmessungen (B × H × T)
300 × 570 × 770 mm
Gewicht (unverpackt)
57 kg
Nennleistung
3700 W

Kaffee-Technik

Netzspannung
230 V
Durchsatz Espresso
300 Tassen/h
Erforderlicher Wasserdruck
1–4

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Weiterführende Quellen

  1. 1.Swiss Egro 70 Series Manual, Seite 46manualslib.com/manual/840592/Swiss-Egro-70-Series.html?page=46
  2. 2.Swiss Egro 70 Series Manual, Seite 47manualslib.com/manual/840592/Swiss-Egro-70-Series.html?page=47
  3. 3.Swiss Egro 70 Series Manual, Seite 35manualslib.com/manual/840592/Swiss-Egro-70-Series.html?page=35
  4. 4.Swiss Egro 70 Series Manualmanualslib.com/manual/840592/Swiss-Egro-70-Series.html
  5. 5.Swiss Egro 70 Series Manual, Seite 40manualslib.com/manual/840592/Swiss-Egro-70-Series.html?page=40
  6. 6.Egro Suisseegrosuisse.ch/
  7. 7.Fehlersuche Swiss Egro Serie 70silo.tips/download/fehlersuche-swiss-egro-serie-70
  8. 8.Egro Next Pure Coffeeecmshop.de/p/egro-next-pure-coffee
  9. 9.Swiss Egro Serviceegrosuisse.ch/service/
  10. 10.Aequatoraequator.ch/
  11. 11.Kleinanzeigen Egrokleinanzeigen.de/s-haushaltsgeraete/kaffee_espressomaschinen/egro/k0c176+haushaltsgeraete.art_s:kaffee_espressomaschinen
  12. 12.Egro Reparaturhauptstadt-reparaturen.de/egro-kaffeevollautomaten-reparatur/
  13. 13.Egro Kaffeemaschinen Reparaturkaffeemueller.de/reparatur-kaffeemaschine/kaffeevollautomat-reparatur-fuer-ihre-egro-maschine/
  14. 14.Egro Ersatzteileecmshop.de/p/egro-next-pure-coffee
  15. 15.Egro Herstellerseiteegrosuisse.ch/
Datenreview: KI-gestützt recherchiert, redaktionell geprüftZuletzt geprüft: Redaktion AutomatenTests.deBewertungskriterien transparent dokumentiert

Häufige Fragen zum Aequator Swiss Egro 70/80

Wie oft muss das Milchsystem gereinigt werden?

Täglich muss das automatische Spülprogramm nach Betriebsende gestartet werden (Dauer ca. 5 bis 8 Minuten). Wöchentlich ist der Milchschaumkopf abzubauen und mit speziellem Reiniger einzuweichen. Das programmierte Leitungsreinigungsprogramm ersetzt nicht die Handreinigung.

Was geschieht, wenn die tägliche Reinigung nicht pünktlich ausgeführt wird?

Nach 24 Stunden mit Getränkebezug fordert die Maschine automatisch zur Reinigung auf. Wird innerhalb von 1 Stunde keine Reinigung durchgeführt, sperrt die Steuerung die Ausgabe aller Getränke. Ein Servicetechniker kann die Auslösezeit individuell einstellen.

Wie hoch ist die Stundenleistung bei Kaffee- und Milchgetränken?

Die Betriebsanleitung nennt 300 Espresso pro Stunde und 210 Kaffee à 100 ml (S. 47). Für den realen Dauereinsatz empfiehlt sich eine Kalkulation mit 40–55 % davon, also etwa 100–160 Tassen pro Stunde.

Welche Kosten entstehen bei Austausch der Pumpe oder des Milchschaumkopfs?

Eine Pumpe kostet als Originalteil zwischen 85 und 130 €, ein neuer Milchschaumkopf 40 bis 80 € (Netto). Beide Teile müssen üblicherweise alle 3 bis 5 Jahre, je nach Nutzung, ersetzt werden.

Welche Zahlungsarten sind möglich?

Das Modell bietet laut Herstellerdokumentation keine integrierte Bezahlfunktion. Auch eine Telemetrie- oder Cashless-Vorbereitung ist für die Swiss Egro 70 Serie nicht belegt.

WMF 1500 S+

WMF · Heißgetränkeautomaten

WMF 1500 S+

9,0Sehr gut

B2B-Kaffeevollautomat für Standorte mit mittlerem Tagesbedarf. Punktet mit Touch-Bedienung, konfigurierbaren Milchsystemen und CoffeeConnect-Telemetrie.

ca. 9.490 – 10.167 €

WMF 5000 S+

WMF · Heißgetränkeautomaten

WMF 5000 S+

8,9Sehr gut

Konfigurierbarer Performance-Vollautomat für Standorte mit hohem Tagesbedarf: bis rund 250 Tassen/Tag, Simultanbezug von Kaffee und Heißwasser, Dynamic-Milk- und Steam-Optionen sowie CoffeeConnect-Telemetrie. Den Spitzendurchsatz erkauft man sich mit hohem Anschlusswert und spürbarem Reinigungsaufwand.

ab 12.250 €

Rheavendors CB1

Rheavendors · Heißgetränkeautomaten

Rheavendors CB1

7,4Gut

Der Rheavendors CB1 ist Evoca Groups Budgetangebot im Heißgetränke-Segment: Bean-to-Cup unter 2.500 EUR, Pulvermilch-System für niedrigen Wartungsaufwand und MDB-ready für spätere Cashless-Nachrüstung. Für Standorte mit weniger als 80 Tassen/Tag und beschränktem Budget ist er eine solide Wahl — ohne Premium-Ansprüche an Geschmack oder IoT.

ab 2.400 €

JURA GIGA X8

JURA · Heißgetränkeautomaten

JURA GIGA X8

8,7Sehr gut

Das Doppelmahl-Flaggschiff von JURA für den gewerblichen Dauerbetrieb – 32 Spezialitäten, TÜV-zertifizierte Hygiene und P.E.P.-Brühverfahren. Die überarbeitete Generation II (2023, Typ 748/749) erhöht auf 2700 W und 32 Spezialitäten; wer kauft, sollte zwingend die Generation prüfen. Stärkstes Argument: schlüsselfertiges Paket aus Qualität, Hygiene und aktives JURA-Servicenetz – ein echtes Invest, das sich bei ≥ 80 Tassen/Tag rechnet.

ab 5.700 €