Wasserspender
Karbonisierung
Begriff aus dem Vending-Glossar
Einbringen von CO₂ unter Druck in gekühltes Wasser zur Erzeugung von Kohlensäure. POU-Dispenser beziehen das Gas aus Wechselzylindern (typisch 425 g bis 10 kg); ab bestimmten Mengen gelten für den Aufstellraum Vorgaben zu Belüftung und Gaswarnung.
Funktionsprinzip
CO₂ löst sich in Wasser umso besser, je kälter und je höher der Druck ist – deshalb sitzt bei jedem Sprudelspender eine Kühlstufe vor der Karbonisierungseinheit, nicht danach. Das Gas kommt aus einem Druckzylinder; als grobe Faustregel liefert 1 kg CO₂ rund 130–150 Liter Sprudelwasser, abhängig von eingestellter Sprudelintensität und Wassertemperatur. Kleine Wechselzylinder (425 g) sind für etwa 60 Liter ausgelegt, größere Gewerbeflaschen (5–10 kg) entsprechend mehr; die genaue Ausbeute variiert je nach Hersteller und Systemdruck. Ein POU-Sprudelspender benötigt praktisch immer zusätzlich einen Festwasseranschluss, da ein reiner Tankbetrieb den kontinuierlichen Durchsatz für die Karbonisierungseinheit selten zuverlässig sicherstellt.
Sicherheitsanforderungen am Aufstellort
CO₂ ist schwerer als Luft und sammelt sich am Boden – das macht die Aufstellung in kleinen, tiefliegenden oder schlecht belüfteten Räumen zum Risiko. Ab etwa 4 Vol.-% CO₂ in der Atemluft sind gesundheitliche Symptome zu erwarten, ab rund 8 Vol.-% droht Erstickungsgefahr. Für den gewerblichen Betrieb von Anlagen zur Ausgabe von karbonisiertem Wasser gilt die DGUV Regel 110-007 „Verwendung von Getränkeschankanlagen": Sie verlangt eine Gefährdungsbeurteilung des Aufstellraums und, je nach gelagerter CO₂-Menge und Raumgröße, eine Gaswarnanlage nach DIN 6653-2 mit mindestens zwei Alarmschwellen – Voralarm ab 1,5 Vol.-%, Hauptalarm ab 3 Vol.-%, optisch und akustisch unterscheidbar.
Was Betreiber konkret beachten müssen
- Aufstellraum entweder ausreichend groß und dauerhaft belüftet oder mit Gaswarnanlage ausstatten
- Zylinderwechsel und -lagerung an zugänglicher, gesicherter Stelle einplanen – Flaschen können bei Fehlbedienung umkippen oder unkontrolliert ausgasen
- Gefährdungsbeurteilung schriftlich dokumentieren, das ist Betreiberpflicht, keine Empfehlung
- Vor Aufstellung in Abstellkammern oder kleinen Nebenräumen Raumgröße und Lüftung gegen die DGUV-Vorgaben prüfen
- Karbonisierungseinheit und Leitungswege regelmäßig reinigen, da CO₂-Sättigung und niedrige Temperatur einen Biofilm nicht automatisch verhindern
Kosten- und Betriebsvergleich
Diese Anforderungen unterscheiden Vor-Ort-Karbonisierung deutlich von vorkarbonisierten PET- oder Glasflaschen, die keine vergleichbare Gasfreisetzung im laufenden Betrieb mit sich bringen, dafür aber Lager-, Transport- und Leergutlogistik erfordern. Der Zusatzaufwand für einen Sprudelspender mit Zylinderanschluss – Installation, Gaswarnpflicht, regelmäßiger Flaschentausch – lohnt sich betrieblich vor allem bei entsprechend hohem Durchsatz, etwa in Bürogebäuden oder Kantinenbereichen mit durchgängiger Nachfrage über den Tag. Für Betreiber mit mehreren Kleinstandorten kann umgekehrt der Wechsel handlicher Einwegzylinder gegenüber einer fest installierten Großflasche mit Druckminderer wirtschaftlicher sein, weil sich Wartungsaufwand und Gaswarnpflicht dort in engeren Grenzen halten.