Design & Aufbau
Zuerst eine Klarstellung, die vor jeder Kaufentscheidung steht: Dieses Gerät wird im Handel als „Necta Orchestra R290" und „Orchestra Touch" angeboten, im Katalog des Herstellers heißt es Gusto 8 Pro. Der Name Orchestra kommt auf der Necta-Produktseite nicht vor, geprüft am 24. August 2026. Und Selecta, dessen Aufkleber auf vielen dieser Automaten klebt, ist Betreiber und nicht Hersteller. Wer nach Ersatzteilen, Handbüchern oder Serviceunterlagen sucht, findet unter „Gusto 8 Pro" mehr als unter „Orchestra".
Das Gerät ist ein bodenstehender Spiralautomat mit Glasfront. Die Maße betragen 900 mm Breite, 1830 mm Höhe und 790 mm Tiefe bei rund 300 Kilogramm Leergewicht. Die Zahl, die bei der Standortplanung tatsächlich weh tut, ist eine andere: Mit geöffneter Tür wächst die Tiefe auf etwa 1495 mm. Ein Flur, in dem ein Meter Durchgang bleiben soll, braucht damit rund zweieinhalb Meter Gesamttiefe — sonst blockiert die offene Tür bei jeder Befüllung den Weg. Diese Zahl stammt aus dem Recherchedossier und nicht von der Herstellerseite; wer knapp plant, sollte sie beim Händler bestätigen lassen.
Innen arbeiten modulare VisioShop-Tabletts, maximal sieben Ebenen. Ein Tablett trägt nach Händlerangabe bis zu 53 Kilogramm, was Dosen und Flaschen in den unteren Ebenen erlaubt, ohne dass die Mechanik an ihre Grenze kommt. Die Modularität ist der praktische Teil: Ebenen lassen sich in Höhe und Spiralteilung umbauen, wenn sich das Sortiment ändert. Bei einem Automaten, der fünf bis acht Jahre am selben Standort steht, ist das mehr wert als jede Ausstattungsliste, weil sich Sortimente in dieser Zeit zweimal drehen.
Bei der Bedienoberfläche gibt es zwei Ausführungen, und der Unterschied ist real. Die Grundausführung hat ein Farbgrafikdisplay mit kapazitiver Zifferntastatur — der Gast tippt eine Nummer. Die Touch-Variante bringt einen Bildschirm mit 800 × 480 Pixeln. Für einen Standort mit Stammpublikum ist die Tastatur schneller, weil geübte Nutzer die Nummer im Vorbeigehen eingeben. An einem Bahnhof, wo jeder das Gerät zum ersten Mal sieht, führt der Touchscreen sichtbarer durch das Sortiment. Der Aufpreis liegt nach den geprüften Händlerpreisen bei rund 400 Euro netto.

